An den Adventsamstagen haben wir bis 17.00 Uhr geöffnet
uhrendirect.de

Uhren Hieber GmbH
Donnersbergerstr. 36
80634 München-Neuhausen

Meisterwerkstätte Uhren & Schmuck
Spezialist für mechanische Uhren

Mo. - Fr. 9.30 - 18.30 Uhr,
Sa. 9.30 - 13.30 Uhr

Newsletter



Google+

Sie sind hier  :  Homepage Lexikon

Lexikon
Uhrentechnik - Hieber´s Uhrenlexikon

Uhren gehören seit Jahrhunderten zu den faszinierendsten und kostspieligsten Sammelobjekten. Für alle Uhrenfreunde werden in den nächsten Ausgaben des Hieber Journals die wichtigsten Begriffe aus der Uhrentechnik erklärt.


Abgleichschrauben (auch: Regulierschrauben)

Am Unruhreif werden außen Abgleichschrauben angebracht, durch Hinein- bzw. Herausdrehen der Schrauben wird der Außendurchmesser des Unruhreifs geringfügig verändert und somit das Gangergebnis der Uhr beinflußt. Dieses Verfahren wird heute kaum noch verwendet, so daß Uhren mit Schraubenunruh als Rarität gelten.

Acrylglas

Werkstoff für Uhrengläser, besser bekannt unter der Bezeichnung Plexiglas. Uhren aus den fünfziger und sechziger Jahren wurden fast ausschließlich mit Plexigläsern ausgestattet.

a.m.

Anzeige, die häufig auf Digitaluhren zu finden ist. a.m. (ante = vor, meridiem = Mittag) bezeichnet den Zeitraum von Mitternacht bis zwölf Uhr mittags. p.m. (post = nach) steht für die Zeit von Mittag bis Mitternacht.

Anker

Der Anker stellt die Verbindung zwischen Räderwerk und Unruh her. Durch wahlweises Eingreifen der Ein- oder Ausgangsseite in das Gang- oder Hemmungsrad führt der Anker einen gleichmäßigen Ablauf des Uhrwerks herbei. Der Anker zählt zu den am meisten strapazierten Teilen im mechanischen Uhrwerk.

Analog-Uhr

Herkömmliche Uhr mit Zifferblatt und Zeigern.

Aufzugwelle

Eine Stahlwelle mit verschiedenen Ansätzen und einem Vierkant, auf welchem sich die Krone zum Aufziehen und zur Einstellung der Zeiger befindet. Die Welle ist mittels eines Ansatzes und eines Zapfens in den Platinen gelagert.

Automatikuhr

Als automatische Uhr bezeichnet man eine Armbanduhr, deren Zugfeder durch die Armbewegungen des Uhrenträgers aufgezogen wird. Dies geschieht durch einen Rotor, der sich bei Armbewegungen – den Gesetzen der Schwerkraft folgend – dreht.

Baguettewerk

Ein besonders schmales Werk, das für sehr kleine Damenuhren verwendet wird.

Beobachtungsuhr

Präzisionsuhr mit übergroßem Gehäuse und Zifferblatt für Navigationszwecke oder wissenschaftlichen Gebrauch.

Bläuen

Stahlzeiger oder Schrauben werden aus Gründen der Dekoration und als Oxydationsschutz blau "angelassen", indem man das zu bearbeitende Teil auf ein Anlaßblech legt und erhitzt. Sobald die gewünschte Farbgebung erreicht ist, taucht man das Teil in Öl.

Breguet

Abraham-Louis Breguet (1747 – 1823) gilt als einer der bedeutendsten Uhrmachermeister in der Uhrengeschichte.Viele seiner Erfindungen gelten als bahnbrechend für die Uhrmacherei, so z.B. das Tourbillon und die Breguet Spirale.

Breguet-Spirale

Eine Unruhspirale, bei der der letzte Spiralumgang doppelt knieförmig nach oben gebogen wird und dann über den übrigen Spiralwindungen in Richtung Unruhwelle verläuft. Die Spirale kann sich nun nach allen Seiten gleichmäßig ausdehnen, die Ganggenauigkeit der Uhr erhöht sich.


Breguet-Zeiger

Eine typische Zeigerform, die Breguet für seine Uhren verwendete: Vor der Zeigerspitze ist jeweils ein schlichter Ring eingelassen.

Caliber

Als Caliber (Kaliber) bezeichnet man in der Uhrmacherei ein bestimmtes Uhrwerk.

Chaton

Bei sehr wertvollen Uhren werden die Lagersteine aus Rubin in Futter (Chatons) aus Bronze oder Gold eingesetzt. Dann werden diese mit zwei oder drei Schrauben in den Platinen des Uhrwerks befestigt.

Chronograph

Bezeichnung für eine Stoppuhr (griechisch: chronos = Zeit und grapho = ich schreibe) mit Auslösemechanismus in Kombination mit einer normalen Uhr.

Chronometer

Chronometer dürfen sich nur jene Uhren nennen, die aufgrund ihrer Präzision und hervorragender Zeitmeßergebnisse amtlichen Prüfungen standgehalten haben. Diese Prüfungen dauern 15 bis 22 Tage, die Uhren werden dabei in verschiedenen Temperaturen und Lagen getestet. Wenn bei diesem Test bestimmte Gangabweichungen nicht überschritten werden, stellt das prüfende Institut einen Gangschein aus. So muß z.B. der mittlere tägliche Gang eines Chronometers in fünf Lagen im Bereich von –4 Sekunden/Tag bis +6 Sekunden/Tag liegen.

Chronometerhemmung

Eine freie Unruhhemmung, die vorwiegend für Seechronometer Verwendung fand, aber auch in Taschenuhren eingebaut wurde. Diese Hemmung könnte man auch als Riegelhemmung bezeichnen, bei der das Gangrad durch einen Ruhestein verriegelt wird. Der Antrieb erfolgt über einen in einer Welle befestigten Hebel in nur einer Richtung, so daß beim Zurückspringen der Unruh das Gangrad einen Moment stillsteht.

Chronometrie

Der Oberbegriff aller die Zeitmessung betreffenden Fachgebiete wie Uhrentechnik und Zeitbestimmung

Datums-Anzeige

Anzeige von Datum, Wochentag, Monat und Jahr auf dem Zifferblatt einer Uhr.Bei mechanischen Uhren schalten Mitnehmerräder Scheiben weiter, die dann jeweils einen Wochentag oder eine Datumszahl in einem Ausschnitt des Zifferblatts zeigen.

Deckstein

Ein Uhrstein, der zur Eingrenzung des Höhenspiels der Unruhwelle, der Unruh, des Hemmungsrades oder der Ankerwelle verwendet wird. Der Deckstein wird heute aus synthetischem Rubin hergestellt.

Dichtungsring

Eine wasserdichte Uhr wird mit mindestens einem Dichtungsring am Gehäusedeckel, dem Glas und der Krone versehen. Früher wurden Dichtungsringe aus Kork, Blei und Gummi verwendet, heute sind diese Materialien durch verschiedenste Kunststoffe ersetzt worden.

Digitalanzeige

Zeitangabe ohne Zeiger durch herabfallende oder aufscheinende Ziffern.

Digitaluhr

Bereits im 19. Jahrhundert wurden Uhren hergestellt, die anstelle der klassischen Zeiger fallende Zahlenplättchen als Zeitanzeige benützten. Bei modernen Digitaluhren wird die Zeit durch Leuchtdioden oder Flüssigkristall angezeigt.

Doublé

Ein Schmuckmetall, bei dem auf ein unedles Metall eine Goldschicht aufgebracht wurde. Zur Beschichtung gebraucht man eine Gold-Legierung mit einem Feingehalt von 333/000 oder 585/000, niemals jedoch Feingold.

Drehpendel

In der Uhrmacherei gab es bereits seit dem 16. Jahrhundert Versuche, eine Drehpendelbewegung für die Regulierung des Gangflusses einer Uhr einzusetzen. Dazu wurde als Pendel ein Faden oder Stab mit einem kleinen Schwunggewicht (ein Metallkügelchen) ober- oder unterhalb der Uhr aufgehängt und so mit dem Uhrwerk verbunden, daß das Pendel Kreisbewegungen ausführte. Bei großer Geschwindigkeit vergrößerte sich der Bremsradius und umgekehrt.

Drücker

Zur Bedienung von Uhren mit Zusatzfunktionen reicht die Krone allein nicht aus. Deshalb versieht man diese Uhren mit kleinen Druckschaltern, die seitlich aus dem Gehäuse ragen.

Ebauche
Der aus dem Französischen stammende Ausdruck für das Rohwerk: ein Uhrwerk ohne Zifferblatt, Zeiger und Gehäuse. Viele Uhrenmarken beziehen Rohwerke in größeren Mengen und lassen sie dann durch ihre Uhrmacher modifizieren.

Echappement
Der französische Ausdruck für Hemmung. Ein Hemmungssystem besteht aus drei Teilen: Gangrad, Anker und Balance. Ein Echappement kann für verschiedene Uhren mit passendem Räderwerk verwendet werden.

Edelstahl
Ein nichtrostender Stahl, der heute in der Uhrenindustrie nicht mehr wegzudenken ist. Edelstahl kann eine Legierung von Nickel und Chrom oder auch Molybdän und Wolfram mit Stahl sein. Edelstahl wird etwa seit Beginn der dreißiger Jahre in der Uhrmacherei verwendet.

Eingriff
Die Uhrmacherei bezeichnet mit diesem Begriff das Eingreifen eines Zahnrads oder eines sonstigen Getriebeelementes in ein anderes.

Einstellring
Ein drehbarer Ring am Außenrand eines Uhrgehäuses, welcher der Ermittlung zusätzlicher Meßwerte dient. Dies kann beispielsweise die Funktion einer Weltzeit oder auch das Messen von Tauchzeiten sein.

Eisen
Vom 13. bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts wurde ausschließlich Eisen zur Herstellung von Uhrwerken und Uhrengehäusen verwendet. Eisen war damals ein wertvolles Metall, heute gelten Eisenuhren als beliebte Sammlerstücke.

Eisenbahneruhr
Robuste, in der Konstruktion einfache, aber zuverlässige Taschenuhren, die bis in die zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts gebaut wurden. Sie wurden oftmals von Eisenbahnern verwendet und tragen deshalb auf dem hinteren Deckel eine eingravierte Eisenbahn.

Elinvar
Speziallegierung, die sich wegen ihres besonders kleinen Ausdehnungskoeffizienten zur Herstellung von Unruhspiralen eignet.

Email
Bei der Technik des Emaillierens wird beispielsweise ein Metall mit einem glasartigen, gut haftenden Überzug (Silikaten, Borsilikaten) zum Schutz der Oberfläche oder deren Verzierung überzogen. Dabei wird die Emailmasse auf die gereinigte Metalloberfläche in breiiger Konsistenz aufgetragen und dann im Brennofen bei 800 bis 900 Grad Celsius zum Fließen gebracht. Die erste Schicht wird als Grundfritte bezeichnet, darauf wird dann durch Aufpudern das künstlerisch verarbeitete Deckemail aufgetragen. Uhren mit Emailzifferblatt gelten heute als besonders wertvoll.

Endkurve
Ein besonderes Aufbiegen der Unruhfeder (Breguet-Spirale), um den Schwerpunkt der Feder zentrisch zu halten und damit ein besseres Gangergebnis zu erreichen. In der modernen Uhrenindustrie findet die Breguet-Spirale nur noch aus ästhetischen Gründen Verwendung.

Ewiger Kalender
Komplizierte Zusatzeinrichtung vor allem bei mechanischen Uhren zur Anzeige von Datum, Wochentag, Monat, Jahr und Mondphase und mit der Berücksichtigung von Schaltjahren. Uhren mit ewigem Kalender sind wegen ihrer geringen Produktionsstückzahlen und der umfangreichen Konstruktion- und Herstellungsaufwendungen nur im oberen Preissegment zu finden.


Fassung
Bei Uhren sehr hoher Qualität wurden früher Lagersteine nicht in die Brücken und Platinen eingepresst, sondern wie ein Edelstein bei einem Schmuckstück eingefasst.

Feder
Das wichtigste Bauelement der tragbaren Uhren; diese wurden erst durch die Verwendung einer spiralförmig gekrümmten Feder für die Uhrwerke um die Wende des 15. zum 16. Jahrhunderts mobil.

Federhaus
Die Zugfeder einer Uhr ist in einem Federhaus untergebracht. Das Federhaus besteht aus einer Trommel mit Verzahnung und einem abschliessenden Deckel. In der Mitte haben Federhaus und Deckel eine grosse Bohrung zur Aufnahme des Federkerns. Dieser dient unter anderem zur Aufnahme des inneren Federendes.

Federkraft-Hemmung
Eine Pendelhemmung mit konstantem Antrieb. Sie wurde früher bei Präzisions-Pendeluhren verwendet. Diese hohe Kunst der Uhrmacherei wird heute noch bei Sattler Grossuhren ausgeübt.

Federsteg
Federstege finden für Uhren Verwendung, deren Armbänder nicht fest mit dem Gehäuse verbunden sind. Ein Federsteg ist ein Röhrchen aus Edelstahl, dessen Enden mit beweglichen Endstücken verschlossen sind. Diese werden durch eine kräftige Spiralfeder auseinandergedrückt. Federstege unterliegen einer hohen Beanspruchung und sollten regelmässig ausgetauscht werden.

Feinregulierung
1. Arbeitsverfahren des Uhrmachers, das die besonders genaue Regulierung der Uhr zum Ziel hat.
2. Vorrichtung einer Uhr zur besonders genauen Regulierung. So geschieht bei Armbanduhren die Feinregulierung beispielsweise mit Hilfe von Abgleichschrauben, einer Schwanenhalsregulierung oder einen Rücker, der mit einem indirekten Hebel verstellt werden kann.

Flüssigkristall-Anzeige
Eine Möglichkeit der Digitalanzeige mit sehr geringem Energieverbrauch. Die flüssigen Kristalle werden durch elektrische Einflüsse so ausgerichtet, dass die Zeitanzeige nach aussen reflektiert wird.

Formwerke
Alle Uhrwerke, die nicht rund sind, werden in der Uhrmacherei als Formwerke bezeichnet. Früher wurden Formwerke besonders oft für Damenuhren verwendet.

Funkuhr
Bei der Funkuhr handelt es sich um eine Quarzuhr, die über Funk gesteuert wird. Diese Uhren sind mit einem Decoder ausgestattet, der die Verbindung zwischen Quarzwerk und Empfänger herstellt. In Mainflingen bei Frankfurt/Main steht der Langwellensender DCF 77, der die in der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig errechnete "Gesetzliche Zeit" versendet. Die Reichweite des Senders kann bis zu 2000 km betragen.

Futter
Fachausdruck für die Lagerung von aus Eisen oder Stahl hergestellten Wellen, Achsen und Trieben, sofern diese aus einem anderen Material gefertigt und in der Platine eingebuchst sind. Oft wird der Begriff Futter mit dem französischen Ausdruck Bouchon beschrieben.

Gang
Keine Uhr läuft völlig genau. Hier spielen verschiedene Faktoren wie Qualität, Standort und Tragebedingungen eine Rolle, die zu Differenzen von Sekundenbruchteilen oder auch bis zu mehreren Minuten pro Tag führen können. Als Gang bezeichnet man nun den Unterschied zwischen 2 Ständen, wobei mit "Ständen" die abgelesene Zeitanzeige einer Uhr an zwei verschiedenen Tagen gemeint ist. "Der Gang einer Uhr beträgt 7 Sekunden pro Tag" bedeutet also, dass diese Tag für Tag um 7 Sekunden differiert. Der Uhrmacher kann den Gang einer Uhr durch Regulierung verbessern.

Gangabweichung
Gangabweichungen hängen zu einem großen Teil von Faktoren ab, auf die der Uhrmacher keinen Einfluß hat, wie zum Beispiel schwankende Temperaturen, Erschütterungen, unregelmäßiges Aufziehen oder Verschmutzung. Von Gangabweichung spricht man also, wenn eine Uhr beispielsweise an einem Tag 15 Sekunden vorgeht und am nächsten Tag dann 20 Sekunden.

Gangdauer = Gangreserve
Die maximale Laufzeit eines mechanischen Uhrwerks nach Vollaufzug.

Gangmodell
Zur Veranschaulichung in der Uhrmacherausbildung verwendetes, übergroßes Hemmungsmodell, an dem die sonst nur sehr klein sichtbaren Details einer Hemmung anschaulich gemacht werden.

Gangschein
Offizielle Prüfinstitute wie zum Beispiel das Schweizer COSC ("Controle Officiel Suisse des Chronomètres") überprüfen einheitliche Forderungen an die Ganggenauigkeit einer Uhr. Uhren, die diese Prüfungen bestanden haben, erhalten einen Gangschein ("Bulletin de Marche"). Gebläute Zeiger Zeiger "Bläuen" oder "Blau anlassen" ist heute ein wichtiger ästhetischer Aspekt in der Uhrmacherei. Dabei werden Stahlzeiger erhitzt, bis sich deren Oberfläche bei einer Temperatur von 290° bis 310° Celsius dunkelblau verfärbt. Eine sehr diffizile und aufwändige Aufgabe.

Genfer Streifen
Häufig verwendete rippenförmige Dekoration auf den Brücken und Kloben feiner Uhren, der vor der galvanischen Veredelung aufgebracht wird.

Gesperr
Das Gesperr besteht aus Sperrklinke, auch Sperrkegel genannt, Sperrfeder und Sperrad. Das Gesperr verhindert das unkontrollierte Entspannen der Zugfeder. Es wird auf der Federhausbrücke angebracht und ist der Grund für das schnarrende Geräusch beim Aufziehen der Uhr.

Glasboden
Viele mechanische Uhren werden heute mit Sichtboden ausgestattet, damit der Besitzer das meist sehr schön dekorierte Uhrwerk und seine Funktion beobachten kann.

Glucydur-Unruh
Unruh, die nach der Erfindung der autokompensierenden Unruhspirale bei hochwertigen Uhren die bimetallische Kompensationsunruh ablöste. Glucydur-Unruhen bestehen aus einer Kupferlegierung, der 3 Prozent Beryllium beigemengt werden. Sie lassen sich vorzüglich vernieten, auswuchten und feinregulieren und sind antimagnetisch und nicht oxydierend.

GMT
Greenwich Mean Time. Durch die südenglische Stadt Greenwich verläuft der Nullmeridian der Weltzeit. Die Erde ist in 24 Zeitzonen unterteilt, die Zeitanzeigen erfolgen auf der Erde immer bezogen auf GMT. So hat beispielsweise New York GMT -5, Sydney +8.

Halbsavonette
Taschenuhr mit Sprungdeckel. Bei der Halbsavonette ist der Sprungdeckel in der Mitte durchbohrt. Durch diese Bohrung kann der Uhrenträger die Stellung der Zeiger erkennen und sich so eine ungefähre "Zeit-Information" verschaffen, ohne den Uhrendeckel zu öffnen.

Halbschwingung
In der Uhrmacherei auch als Amplitude bezeichnet. Der in der Uhrmacherei gebräuchliche Begriff ist nicht identisch mit der Amplitude im physikalischen Sinn. Die Uhrmacher bezeichnen den Winkel als Amplitude, den die schwingende Unruh zwischen ihren Umkehrpunkten beschreibt.

Handaufzugsuhr
Ein Zeitmesser, bei dem die Zugfeder täglich mit Hilfe der Aufzugs-Krone von Hand gespannt werden muss. Früher geschah dies bei Taschenuhren mit kleinen Schlüsseln. Mitte des letzten Jahrhunderts wurde der Kronenaufzug erfunden. Eine Handaufzuguhr muß täglich aufgezogen werden, weil die Zugfeder nur für eine Gangreserve von etwa 36 - 40 Stunden sorgt.

Hauptuhr
Auch "Mutteruhr", das Zeitnormal einer zentral gesteuerten modernen Uhrenanlage, wie man sie von Bahnhöfen und Fabriken her kennt.

Hemmung
Ein Mechanismus, der die Kraft von der Zugfeder über das Räderwerk auf das Schwingsystem (Unruh, Unruhspirale) einer Uhr überträgt. Die Hemmung besteht aus dem Ankerrad mit zugehörigem Trieb, dem Anker mit den beiden Paletten, der Ankergabel, den Sicherheitsstiften sowie der großen Rolle mit Ellipse und der kleinen Rolle. Die beiden Rollen sind auf der Unruhwelle befestigt und bewegen sich im Rhythmus der Unruh hin und her. Die Hemmung einer mechanischen Armbanduhr führt Schwerstarbeit aus: Bei einer Schlagzahl der Unruh von 28.800 Halbschwingungen/Stunde lässt sie das Räderwerk innerhalb von 24 Stunden 691.200 Mal vorrücken. Innerhalb von vier Jahren ergibt dies über eine Milliarde Kraftstöße, die durch die Hemmung weitergeleitet werden. Dies entspricht der sechsfachen Leistung eines menschlichen Herzens.

Herzscheibe
Teil in Stoppuhren und Chronographen, das zur sogenannten Nullstellung dient. Die Herzscheibe sitzt auf der Welle des Sekunden- und Minutenzählrades.

Hilfsuhr
Ein neben der Hauptuhr existierendes weiteres Uhrwerk mit Hilfsfunktion.

Hochfrequenz Unruh
Unruhen, die mehr als 28 800 Halbschwingungen pro Stunde ausführen, bezeichnet man als Hochfrequenz-Unruhen. Ende der sechziger Jahre wurden sogar Uhren entwickelt, deren Unruh 36 000 Halbschwingungen pro Stunde ausführten. Das Streben nach möglichst hoher Unruhfrequenz resultiert aus der Überlegung, daß eine schnelle Schwingung nicht so leicht durch Außeneinflüsse wie zum Beispiel Stöße gestört werden kann.

Holzuhr
Rustikale, vorwiegend aus Holz bestehende Uhrentypen des 17. bis 19. Jahrhunderts, für die insbesondere die Schwarzwälder Uhren und die Schweizer Uhren charakteristisch sind. Holzuhren können ganz - also Räderwerk und Gehäuse - aus Holz hergestellt sein; man spricht jedoch auch von Holzuhren, wenn wenigstens das Gehäuse aus Holz gearbeitet ist.

Horologie
Ein relativ junger Fachausdruck für "Uhrenwissenschaft und Zeitmesskunde"

IC
integrated circuit oder auch integrierte Schaltung. Auf Silicium- oder Germaniumplättchen werden auf photochemischen Wege elektronisch aktive Schichten aufgebracht, die dann Dioden, Transistoren, Widerstände oder Kondensatoren bilden. Integrierte Schaltungen bilden das Herz zum Beispiel von quarzgesteuerten Uhren.

Impuls bei Quarzuhren
Die Anregung des Schrittschaltmotors, der das Räderwerk antreibt, wird als Impuls bezeichnet.

Impuls bei mechanischen Uhren
Die Kraftübertragung von der Hemmung auf das Schwingsystem wird als Impuls bezeichnet. Während der Hebung wird die Unruh von der Ankergabel aus ihrer Nullstellung ausgelenkt und erhält dabei die Kraft für eine neue Halbschwingung.

Incabloc
Eine Stoßsicherung, die in den 50er Jahren für Armbanduhren entwickelt wurde und heute die meistverwendete ist. Als die Erfindung noch relative jung war, druckte fast jeder Uhrenfabrikant das Wort "Incabloc" auf das Zifferblatt, um auf die besondere Qualität der Uhr hinzuweisen.

Indikation
Als Indikation werden in der Uhrmacherei alle Vorrichtungen bezeichnet, mit deren Hilfe der Ablauf der Zeit, des Gehwerks und seiner Hilfswerke dargestellt wird. Hierzu dienen die sogenannten Indikationsblätter. Hilfsindikationsblätter liefern Angaben, die über die normale Zeitanzeige hinausgehen, wie z.B. das Anzeigen der Mondphase. Als Hilfszifferblätter werden dabei kleine Zifferblätter bezeichnet, die beispielsweise Informationen über die Abstellung des Schlagwerks oder der Repetition geben.

Indikationspendel
Ein Pendel, welches ohne Funktion für den Gang einer Uhr mitschwingt. Weitere Bezeichnungen: Blindpendel, Scheinpendel oder auch Schaupendel.

Invar
Ein Werkstoff, der zu 36% aus Nickel und 64% aus Eisen legiert ist. Invar hat einen äußerst geringen Ausdehnungskoeffizienten und wird deshalb zur Herstellung von Pendelstangen für Präzisionspendeluhren verwendet.

Isochronismus
Die Tatsache, dass Schwingsysteme kleine und große Schwingungen gleich schnell ausführen, wird als Isochronismus bezeichnet.

Jahresuhr
Eine Uhr mit einer Nennlaufdauer von einem Jahr, die also nur einmal im Jahr aufgezogen werden muss. Die Herstellung einer Jahresuhr verlangt besonders präzise und zuverlässig gearbeitete Werke. Eine Jahresuhr ist mit einem Drehpendel ausgestattet, welches an einer dünnen Feder aus Stahl oder Bronze aufgehängt ist und sich sehr langsam dreht.

Jaquet-Droz
Legendäre Uhrmacherfamilie im 18. Jahrhundert aus dem Schweizerischen La Chaux-de-Fonds. Heute sind vor allem die mechanischen Automaten mit Glocken- oder Flötenspielwerken, die damals ein Meilenstein in der Mechanik waren, unbezahlbare Sammlerstücke.

Kadratur
Mechanismus zum Beispiel für Schlagwerke, Kalendarien oder auch Chronographen. Aktuelles Beispiel: Bei der neuen Chronoswiss Chronoscope befindet sich die Kadratur des Chronographen unterhalb vom Ziffernblatt.

Kaliber
Fachausdruck für Form und Größe eines Uhrwerks. Die Kalibernummer gibt in der Regel den Werktyp an. Beispiel: ETA, der grösste Anbieter mechanischer Werke aus der Schweiz, hat für ein sehr beliebtes Werk die Bezeichnung 2824-2 gewählt. Anhand dieser Bezeichnung kann nun der Uhrmacher im Servicefall passende Ersatzteile bestellen.

Kalenderuhr
Eine Uhr, die wenigstens eine Datumsanzeige enthält. Meistens bezeichnet man als Kalenderuhren astronomische Uhren, die außer dem Datum die Woche, den Monat und auch das Jahr anzeigen. Kalenderuhren sind zumeist sehr wertvoll.

Karat
Maßangabe des Goldgehalts einer Legierung in einer 24-teiligen Skala. Feingold wird entsprechend als 24 Karat bezeichnet. Ein Goldgehäuse einer hochwertigen Armbanduhr hat oftmals 18 Karat (also 750 Tausendteile Feingold) oder auch 14 Karat (also 585 Tausendteile Feingold). Der Goldgehalt eines Goldgehäuses ist fast immer auf den Rückdeckel mit einer Punze vermerkt.

Kleine Sekunde
Eine kleine Sekunde findet sich meist bei Taschenuhren oder bei Handaufzugs-Armbanduhren. Stammt noch aus der Zeit, als die Räder im Räderwerk einer Uhr so angeordnet waren, dass sich das Sekundenrad nicht im Zentrum befand. Wenn nun eine Sekundenangabe auf dem Zifferblatt gewünscht war, hat man den Zapfen des Sekundenrades durch das Zifferblatt verlängert und einen Zeiger aufgesteckt. Die Position der kleinen Sekunde hängt von der Werkkonstruktion ab, befindet sich aber häufig bei 6 Uhr.

Klinkenrad
Bauteil einer automatischen Uhr. Klinkenräder ermöglichen die Nutzung der Drehbewegung des Rotors für den Aufzug in beide Richtungen. Sie werden so konstruiert, dass ein Klinkenrad in der Rechts- und das andere in der Linksdrehung sperrt und den Kraftschluss zum Federhaus herstellt. Bei einseitig aufziehenden Automatikuhren ist nur ein Klinkenrad verwendet.

Kloben
Als Kloben bezeichnet man den Träger für Anker-, Unruh- und Radlager. Dieser ist nur an einer Stelle mit Stellstiften fixiert.

Kolbenzahnhemmung
Eine nach der Form des Ankerrades benannte Hemmung. Meist in Schweizer Uhren (Schweizer Ankergang).

Kompensationsunruh
In Taschenuhren häufig in Verbindung mit einer Stahlspirale verwendet. Durch Trägheitsveränderungen des Unruhreifens wird die Längenausdehnung der Spirale bei Temperaturschwankungen kompensiert. Der Unruhreif ist aus gebogenen Bimetallstreifen gefertigt und am Ende geschlitzt. Er ist mit Gewichtsschrauben versehen, deren Lageveränderung eine Justierung der Kompensationswirkung ermöglicht.

Komplikation
Fachausdruck, wenn die Uhr außer der Zeitanzeige z.B. ein zusätzliches Weckerwerk, Datumsanzeige oder andere Indikationen aufweist.

Lagen
Armbanduhren werden in vielen verschiedenen Positionen getragen. Darum spielen die Lagen bei der Regulierung der Uhr eine erhebliche Rolle. Man unterscheidet im Allgemeinen nach den fünf Lagen „Krone links“, „Krone oben“, „Krone unten“, „Zifferblatt oben“ und „Zifferblatt unten“, je nach Lage wirken die Kräfte unterschiedlich auf die Uhr ein. Präzisionsuhren werden daher in diesen fünf Lagen reguliert, damit sie ein zuverlässiges Gangergebnis erzielen.

Lager
Bohrungen für die Zapfen des Räderwerks. In feinen Armband- und Taschenuhren, aber auch bei Großuhren werden die Bohrungen speziell für schnell drehende Räder und Triebe mit Lagersteinen versehen.

Lanzenzeiger
Zeiger, dessen Formgestaltung an eine Lanze erinnert.

LCD Display
Bezeichnung für die elektrooptische Anzeige mittels Liquid Cristal Display (Flüssigkristall)

LED Display
Bezeichnung für die elektrooptische Anzeige mittels Light Emitting Diod (Leuchtdiodenanzeige)

Leuchtzifferblätter
Zifferblätter, die mit selbstleuchtenden oder nachleuchtenden Ziffern ausgestattet sind, damit ein Ablesen in der Nacht möglich wird. Einige Hersteller verwenden sogar komplett leuchtende Zifferblätter. Leuchtzifferblätter wurden erst seit ca. 1905 gefertigt, nachdem man geeignete Leuchtfarben entwickelt hatte, die chemisch billig herstellbar waren (siehe links: Pegasus Chronograph von Marcello C. Zifferblatt komplett mit Superluminova belegt.).

Lépine Gehäuse
Taschenuhren mit Kronenaufzug und offenem Gehäuse, ohne Sprungdeckel (siehe rechts: Lépine Taschenuhr von Aero Watch).

Lilienzeiger Zeiger mit lilienförmiger Spitze.

Linie
Auch Ligne, altes französisches Maß, welches bei Uhren als Maßeinheit noch gebräuchlich ist. Eine Linie entspricht 2,256 mm.

Lithium Zellen
Batterien, die unter anderem für Taschenrechner, Kleincomputer oder auch Uhren verwendet werden. Lithiumbatterien enthalten keine giftigen Schwermetalle und lassen sich gut recyceln.

Lochstein
Lagerstein. Zur Lagerung beweglicher, sich drehender Bauteile werden in Uhren meist synthetische Rubine verwendet. Dies geschieht zur Verringerung der Lagerreibung. Ein Stahlzapfen in einem Steinlager hat die geringst mögliche Gleitreibung in der Mechanik.

Lunation
Andere Bezeichnung für Mondphasen. Der Mond durchläuft seine von der Stellung Sonne – Mond – Erde abhängigen Mondphasen innerhalb einer Lunation von etwa 29,5 Tagen. Die Mondphasenanzeige ist eine beliebte Komplikation bei mechanischen Uhren (s. Foto Mitte: Chronoswiss Lunar Chronograph).

Lünette
Glasreif eines Gehäuses, der mit dem eingepressten Glas auf das Mittelteil des Gehäuses aufgesprengt oder verschraubt wird.


Paletten
Zwei genau im Winkel geschliffene synthetische Rubine, die im Stahlkörper des Ankers befestigt werden und für die Kraftübertragung zwischen Ankerrad und Anker sorgen.

Pendant
Hals einer Taschenuhr, durch den die Aufzugswelle führt und an dem meist der Bügel befestigt ist.

Pendel
Wird eine an einem Ende beweglich aufgehängte Stange aus ihrer Ruheposition gebracht, versucht diese, den Gesetzen der Schwerkraft folgend, in ihre Ruheposition zurückzuschwingen. Wird nun dem pendelnden Gegenstand in der Nähe seiner Aufhängung eine konstante Kraft zugeführt, kommt es zu sehr gleichmässigen, gleich langen Schwingungen. Dieses Pendelgesetz macht sich die Uhrmacherei seit Jahrhunderten zunutze (siehe Abb. links, Hermle Regulator).

Pfeiler
Verbindungsstück zwischen zwei Werkplatten in einem Uhrwerk. Der Pfeiler ist in der unteren Werkplatte vernietet, die obere wird auf ihm festgeschraubt.

Pfeilerwerk
Bei Großuhren werden die Werkplatten von Pfeilern zusammengehalten, die gleichzeitig auch für den richtigen Abstand zwischen den Werkplatten sorgen.

Philippe
Der bedeutende Genfer Uhrmacher und Taschenuhrfabrikant Adrien Philippe (1815 – 1894) erfand 1842 den heute gebräuchlichen Kronenaufzug. Bis dahin war bei Kleinuhren noch der Schlüsselaufzug üblich.

Piezoelektrischer Effekt
Bestimmte Kristalle wie z.B. Quarze beginnen sehr gleichmässig zu schwingen, wenn man eine elektrische Spannung anlegt. Auch die Umkehrung der Funktion wird so bezeichnet. Durch das Ausüben von Druck auf den Quarz entsteht Spannung.

Plateau
Teil der Unruh; sitzt auf dem unteren Teil der Unruhwelle unter dem Unruhreif. Es ist die Verbindung zwischen der schwingenden Unruh und dem antreibenden Anker. Das Plateau ist eine kleine Hülse, an deren oberem Ansatz der Hebelstift (Rubin) für die Auslösung des Ankers durch Eingriff in die Ankergabel sorgt und auch durch diese angetrieben wird. Am unteren Ansatz ist die Sicherheitsrolle mit einem Einschnitt für das am Anker angebrachte Sicherheitsmesser. Diese beiden verhindern das Ausschwingen der Unruh aus dem Eingriff während des Ergänzungsbogens.

Platin
Seltenes und zugleich kostbarstes Edelmetall. Für 1 Gramm Platin müssen mehr als 300 Kilogramm Erz abgebaut werden (für 1 Gramm Gold reichen schon
100 kg Erzabbau). Platin ist fester, zäher und schwerer als andere Schmuckmetalle, weshalb spezielle Werkzeuge und Techniken zur Anwendung kommen. Mit 1.773 Grad Celsius liegt der Schmelzpunkt erheblich über dem von Gold (1.063 Grad Celsius) und Silber (960 Grad Celsius). Platin hat ein spezifisches Gewicht von 21,45. Platin ist ein weiteres Edelmetall, das für die Herstellung von Uhrengehäusen verwendet wird (siehe Uhr Mitte, auf 100 Stück weltweit limitierte Glashütte Senator Rattrapante).

Platine
Die Platte in Groß- und Kleinuhren, welche die Brücken und die verschiedenen Teile des Werkes trägt.

p.m.
Zusatz für die Zeitangabe im englischsprachigen Raum von 12 bis 24 Uhr. Abkürzung für post meridiem. Diese Anzeige kommt bei digitalen Uhren zum Einsatz.

Präzision
Die mechanische Uhr gehört zu den ältesten und zugleich genauesten mechanischen Maschinen. Ein Werk, das täglich (86.400 Sekunden) um 30 Sekunden von der offiziellen Zeitnorm abweicht, besitzt eine arithmetische Fehlerquote von 0,035%. Ihr Genauigkeitsgrad liegt bereits bei erstaunlichen 99,965%. Chronometer können Werte erreichen, die bei 0,005% liegen.

Präzisionsuhr
Uhren mit einer besonderen Ganggenauigkeit.



Quarzuhr
Eine Quarzuhr wird von einem Werk angetrieben, bei dem der Taktgeber aus Schwingquarz (einem harten, hexagonalen Mineral aus der Gattung der Kieselsäuren), elektrisch über eine Batterie in Schwingungen versetzt und durch einen Verstärker in Gang gehalten wird. Die Schwingungsfrequenz von 10.000 Schwingungen pro Sekunde wird derart reduziert, dass diese Methode zur Zeitanzeige benutzt werden kann. Die erste Quarzuhr soll im Jahr 1933 von den beiden Physikern Scheibe und Adelsberger gebaut worden sein.

Quecksilberkompensationspendel
Ein temperaturkompensierendes langes Hinterpendel, in das zum Ausgleich der Temperaturunterschiede zwei oder mehrere quecksilbergefüllte Glasröhren eingebaut sind. Bekanntlich reagiert Quecksilber auf Temperaturunterschiede äußerst heftig, so dass auf diese Weise sehr einfach die wärmebedingte Ausdehnung des Pendels kompensiert werden kann. Dieses Pendel wurde 1726 von dem Engländer Graham erfunden.

Rad
Rundes Organ, das sich um eine Achse dreht und zur Aufgabe hat, eine Kraft oder Bewegung zu übertragen. Im Räderwerk der Uhr sind die Räder auf ihren Trieben aufgenietet.

Radstein
Lagerstein für das Räderwerk.

Räderwerk
Gesamtheit von Rädern, in der die Bewegung
eines einzelnen Rades diejenige aller anderen
bewirkt.

Rattrapante
Chronographen mit Doppelzeiger. Diese haben zwei Chrono-Sekundenzeiger, die durch einen Drücker in der Krone der Uhr oder einen dritten Drücker am Gehäuse in Gang gesetzt werden und durch einen weiteren Druck auf die Chronodrücker einzeln gestoppt werden können.

Reglage
Die zur Regulierung der Uhr notwendige Feineinstellung, vor allem der Präzisionsuhren. Durch genaue Beobachtung der Uhr in verschiedenen Lagen, bei verschiedenen Temperaturen und differenzierten Schwingungsweiten der Unruh werden die Fehlerquellen ermittelt, die dann der Uhrmacher mit kundiger Hand beseitigt. Die wissenschaftlich begründete Reglage geht zurück auf die Arbeit „Die Theorie der Reglage“ von Julius Großmann (1882/83).

Regulator
frz. Régulateur. Präzisionspendeluhren, die früher zum Prüfen von Kleinuhren verwendet wurden. Kennzeichen einer solchen Uhr sind der Regulatorstundenzeiger und eine dezentrale Sekunde. Zahlreiche Uhrenmarken bieten heute auch eine Armbanduhr mit Regulatorzifferblatt an. Die Uhrenmarke Chronoswiss war mit dem „Régulateur“ der weltweit erste Anbieter einer solchen Uhr.

Reguliereinrichtung
Verstelleinrichtung zur Berichtigung der Schwingungsdauer der Unruh oder des Pendels. Bei der Unruh wird die Federlänge durch Betätigung des Rückers bewirkt. Bei den Pendeln wird in der Regel die Pendellänge durch Drehen der Reguliermutter, die das Pendel unten fixiert, vorgenommen.

Reibung
Als Reibung bezeichnet man in der Uhrentechnik den Widerstand, der bei der Bewegung der Lager in den Buchsen und durch das Ineinandergreifen der Zähne entsteht. Durch Verwendung von Ölen versucht man, Reibungswiderstände so gering wie möglich zu halten, damit die Drehung der Räder nicht verlangsamt wird.

Remontoiraufzug
Aufzug der Feder bei Uhren mittels der Krone, entwickelt etwa 1842. Zuvor wurden die Taschenuhren mittels Schlüssel aufgezogen. Später wurde auch die Zeigerstellung durch Krone erfunden.

Repetition
Bei Repetieruhren wird auf Wunsch und per Knopfdruck die vergangene Zeit akustisch wiedergegeben. Man unterscheidet Viertelstunden-, Fünfminuten-, Minuten-Repetition, Petite Sonnerie und Grande Sonnerie.
Schweizer Ankerhemmung
Freie Hemmung für Kleinuhren, bei der sich die Zähne des
Ankerrads nach aussen kolbenförmig verbreitern. Dadurch
verteilt sich die Hebung auf das Gangrad und den Anker mit seinen beiden Rubinpaletten.

Schwingsystem
Bei einer Armbanduhr versteht man die Unruh, bei einer
Großuhr das Pendel als Schwingsystem.

Schwingungszahl
Bei Uhren wird traditionell die Zahl der Halbschwingungen pro Stunde angegeben. Eine Unruh, die beispielsweise 21.600 Halbschwingungen ausführt, schwingt also pro Stunde 10.800 mal.

Schwungmasse
Wichtiges Bauteil einer automatischen Uhr. Eine oft als Kreisausschnitt gearbeitete Messingplatte, die an ihrem Aussenrand ein Schwermetallgewicht trägt, dreht sich mit einer Welle, auf einer Achse oder einem Kugellager und erzeugt somit die Energie, die zum Aufzug der Zugfeder benötigt wird. Oft wird die Schwungmasse auch als Rotor bezeichnet.

Sekunde
86.400 Teil eines Tages. Seit 1967 gilt, dass eine Sekunde der Dauer von 9.192.631.770 elektromagnetischen
Schwingungen in der Elektronenhülle des Cäsium-Atoms entspricht. Dieser Wert kann durch eine Atomuhr gemessen werden und ist unter anderem in Deutschland Grundlage der Zeitmessung.

Sekundenrad
Das dritte Rad des Räderwerkes einer normalen Uhr nennt man Sekundenrad, unabhängig davon, ob es einen Sekundenzeiger trägt oder nicht.

Sekundenzeiger
Zeiger zur Anzeige der Sekunden auf einem Zifferblatt. Man unterscheidet bei Armbanduhren zwischen dem Zentral-
sekundenzeiger und der sogenannten „kleinen Sekunde“. Bei dieser werden die Sekunden in einem kleinen Ausschnitt des Zifferblattes (meistens bei 9 Uhr oder 6 Uhr) von einem kleinen Zeiger angezeigt.

Silber
Wurde früher häufig in der Gehäuseherstellung verwendet. Heute werden die Zifferblätter von hochwertigen Uhren oftmals versilbert oder werden sogar aus Massivsilber hergestellt.

Skelettwerk
Werk, bei dem die Platine, Brücken, Kloben, Federhaus und ggf. Rotor so weit durch Stanzen, Sägen oder Fräsen reduziert wurde, dass nur für die Funktion unabdingbar notwendiges Material übrig bleibt. So kann man durch das Uhrwerk hindurchschauen. Die Skelettierung wird bei feinen Uhren von Hand oder halbautomatisch nach Schablone ausgeführt und verkörpert die höchste Schule der Uhrmacherei.

Sonnenuhr
Eine Elementaruhr, bei der die Zeit von einem Schatten oder einem Sonnenstrahl angezeigt wird.

Sperrklinke
Die Sperrklinke ist ein Teil des Gesperrs. Ihr Aufgabe ist es, während des Aufzugvorgangs und auch danach dafür zu sorgen, dass die gespannte Zugfeder sich nicht schlagartig entspannen kann.

Sperrrad
Das Sperrrad bildet zusammen mit der Sperrklinke und der Sperrfeder das Gesperr. Das Sperrrad sitzt auf einem Vierkant des Federkerns und dreht diesen mit, wenn es selbst beim Aufziehen der Uhr vom Kronrad bewegt wird. Dabei wird die Zugfeder gespannt.

Spindelhemmung
Vorläufer der Ankerhemmung, die sowohl in Großuhren als auch in Taschenuhren verwendet wurde.

Spirale
Die Seele einer mechanischen Uhr. Der schmale, band-förmige Metallstreifen sorgt dafür, dass die Unruh
regelmässig hin- und herschwingt. Durch Verlängerung oder Verkürzung der Spirale lässt sich die Schwingungsdauer der Unruh verändern.

Spiralklötzchen
Befestigungsvorrichtung für das äussere Ende der Spiralfeder.

Spiralschlüssel
Der Spiralschlüssel ist ein Teil der Regulier-Vorrichtung, sitzt am Rücker und wird meistens mit dem Rückerzeiger betätigt.

Springende Stunde
Ein Uhrwerk, bei dem der Stundenzeiger durch eine Scheibe ersetzt ist, die alle 12 Stundenziffern trägt. Ein kleiner Zusatzmechanismus sorgt dafür, dass diese Scheibe nach jeweils 60 Minuten um jeweils 30 Bogengrade weiterspringt und im Zifferblattausschnitt die nächste Stunde erscheint.
Sprungdeckel
Taschenuhrdeckel, der beim Druck auf den Knopf in der Krone aufspringt.

Steinankerhemmung
Hochwertige Hemmung mit Steinanker.

Steine
Zur Verminderung der Reibung in den wichtigsten Lagern, werden an den Ankerpaletten und der Ellipse Steine eingesetzt. Hierbei unterscheidet man nach Lagersteinen, Decksteinen, Palettensteinen und Hebelsteinen. Nicht immer sagt die Anzahl der Steine etwas über die Qualität einer Uhr aus. Oftmals werden in Uhren Steine eingebaut, die gar keine Funktion haben. Nur wenn die Steine auch funktionelle Steine sind,
kann man von einer hohen Qualität ausgehen. Heute finden
im Uhrenbau nur noch synthetische Steine Verwendung.

Stiftankerhemmung
Einfache Hemmung, die nur bei Uhren der unteren Preis-lage verwendet wird.

Stimmgabeluhr
Elektrische Uhr, die bis zur Einführung der Quarzuhr die genauesten Gangergebnisse brachte. Die in der Uhr als Schwingkörper verwendete Stimmgabel wurde elektrisch mit einer Frequenz von 300 Hz zum Schwingen gebracht. Durch eine Klinke am Ende einer der Gabeln wurde ein winziges Zahnrad mit 300 Zähnen auf einem Durchmesser von 2mm zum Drehen gebracht.

Stoppuhr
Uhr zum Messen von kurzen Zeiträumen. Die Stoppuhr ist ein reines Zeitmeßgerät, sie zeigt keine Uhrzeit an. Normale Uhren, die auch eine Stoppeinrichtung haben, nennt man Chronographen.

Stoßsicherung
Um die Unruh vor Erschütterungen zu schützen, dreht sich diese bei modernen Werken in Lagern, bei denen Lochstein und Deckstein beweglich sind und so Stöße absorbieren können. Dies geschieht hauptsächlich durch eine Feder, die Lochstein und Deckstein in eine Lagerschale drückt, nach einem Stoß wieder richtig positioniert und so Stöße auffängt.

Strasser Gang
Eine Federkrafthemmung, die L. Strasser in Glashütte erfunden hatte: eine freie Pendelhemmung, die sehr genaue Gangergebnisse liefert.

Stunde
Die Stunde entspricht einem Vierundzwanzigstel eines mittleren Sonnen- bzw. Sterntages und umfasst 60 Minuten bzw. 3600 Sekunden.

Stundenrad
Ein Zeigerwerkrad in Eingriff mit einem Wechselradgetriebe. Dem Stundenrad ist ein kleines Rohr aufgesetzt, welches den Stundenzeiger trägt. Das Stundenrad dreht sich in 12 Stunden einmal, bei Uhren mit 24 Stundenanzeige pro Tag einmal.

Stundenzähler
Anzeige auf dem Zifferblatt von Chronographen für die Messung von Intervallen bis zu 12 Stunden.

Stundenzeiger
Zeiger zur Anzeige der Stunden auf einem Zifferblatt. Der Stunden-zeiger sitzt auf dem Rohr des Stundenrades. Der Stundenzeiger ist der ursprüngliche Zeiger, denn frühe mechanische Uhren trugen weder Minuten- noch Sekundenzeiger.

Superluminova
Dank eines wesentlich größerem Lichtspeichervermögens zeigen Superluminova Pigmente, gegenüber herkömmlichen Zinksulfid-Pigmenten, eine bis zu 100 mal stärkere Nachtleuchtintensität. Mit Superluminova belegte Markierungen bleiben, bei intensiver Anregung mit Sonnenlicht, mehrere Stunden in der Nacht sichtbar.

Swiss Made
Ursprungsbezeichnung auf dem Zifferblatt und/oder dem Werk einer Schweizer Armbanduhr. Heute gibt es Zeitmesser, welche den Swiss Made Schriftzug – juristisch völlig korrekt – zur Schau stellen, aber faktisch nicht verdienen. Sie profitieren von einem revidierten Erlass über die Benutzung des Schweizer Namens für Uhren, wonach die Herkunftsbezeichnung Swiss Made verwendet werden darf, wenn das Werk schweizerisch ist, Montage, Einschalung und Endkontrolle in der Schweiz erfolgen. Schweizer Werke sind solche, deren Bestandteile aus Schweizer Fabrikation – ohne Berücksichtigung der Montagekosten – mindestens 50 % des Werts ausmachen.

Tachymeterskala
Zusatzskala bei Chronographen auf dem Rand des Zifferblattes oder auf einem Einstellring zur Ermittlung von Geschwindigkeiten. Die Tachymeterskala wird zusammen mit dem Zentralsekundenzeiger des Chronographenwerkes benutzt.
 
Taschenuhr
Aus den frühen Dosen- und Halsuhren haben sich ab dem 17. Jahrhundert Taschenuhren entwickelt und wurden für viele Jahrzehnte zum gebräuchlichsten Zeitmesser.
 
Taucheruhr
Speziell ausgestattete Armbanduhr zum Tragen in großen Wassertiefen. Um als Taucheruhr bezeichnet werden zu können, muss die Uhr bestimmte Mindestanforderungen erfüllen. Obligatorisch sind geprüfte Wasserdichte bis zu einer Tiefe von 200 Meter, eine verschraubte Krone und ein einseitig drehbarer Einstellring.
 
Temperaturkompensation
Ein System, das Temperaturunterschiede, die sich auf die Pendellänge auswirken können, ausgleicht und somit das Gangergebnis optimiert.
 
Titan
Sehr leichtes (spezifisches Gewicht 4,49), aber hartes Metall von grauer Farbe. Titan hat einen hohen Schmelzpunkt von 1.800 Grad Celsius. Seine typisch graue Farbe erhält Titan durch eine Oxydschicht, die das sehr reaktive Metall sofort beim Kontakt mit Sauerstoff bildet. Im Uhrenbau wird Titan zur Herstellung von Gehäusen und Armbändern verwendet.
 
Toleranz
Abweichung von der vorgesehenen Ganggenauigkeit eines Zeitmessers. Eine geprüfte Chronometer Uhr muss beispielweise ein Gangergebnis innerhalb der Toleranz von -4 bis +6 Sekunden am Tag erreichen.

Tonfeder
Ein gebogener Draht, der als Klanggeber bei Uhren des 19. Jahrhunderts Verwendung fand.

Tourbillon
Von Abraham-Louis Breguet 1795 erfundene und im Jahre 1801 patentierte Konstruktion zur Kompensation der Schwerpunktfehler im Schwingsystem (Unruh und Unruhspirale) mechanischer Uhren. Beim Tourbillon (franz. für Wirbelwind) ist das komplette Schwing- und Hemmungssystem in einem möglichst leichten Käfig angeordnet. Dieser dreht sich innerhalb einer bestimmten Zeitspanne (meistens 1 Minute) einmal um seine Achse. Auf diese Weise können die Einflüsse der Erdanziehung in der senkrechten Lage  einer Uhr ausgeglichen und die Gangleistung gesteigert werden. In den waagrechten Lagen hat das Tourbillon dagegen keinen Einfluss auf die Ganggenauigkeit.

Trieb
Als Trieb werden in der Uhrentechnik Zahnräder mit maximal 15 Zähnen bezeichnet.
 
Tritium
Radioaktiver Stoff, der für die Bestrahlung von nachleuchtenden Zifferblatt-Markierungen verwendet wird. Diese Leuchtpunkte oder -ziffern sind anschließend auch radioaktiv, die abgegebene Bestrahlung ist aber so gering, dass bei Uhren mit Metallgehäusen keine Gesundheitsschäden zu befürchten sind. Tritium behandelte Zifferblätter müssen gekennzeichnet werden und tragen deshalb am Zifferblattrand, meistens bei der Ziffer 6, ein großes „T“.
 
Tubus
Der Tubus ist ein kurzes Rohr, das seitlich in das Gehäuse von Armbanduhren eingesetzt wird oder bei der Gehäusefertigung als Stutzen stehenbleibt. Man unterscheidet nach eingeschraubten, eingelöteten, eingepressten oder ausgedrehten Tuben. Der Tubus dient bei wasserdichten oder wassergeschützten Uhren zur Aufnahme der Krone und verhindert mit deren Dichtungen das Eindringen von Feuchtigkeit in das Uhrwerk.


Quellen:

Bruckmann´s Uhrenlexikon, Manfred Ballweg
Marcello C., Gesamtkatalog mit uhrmacherischen Fachbegriffen, Marcell Kainz
Zeitzeichen, Das Buch mit dem Tick, Gerd Rüdiger Lang
Uhren vom Biedermeier bis in die Moderne, Joachim Schmid
Das große Uhren ABC, Gerhard Claußen


Aktuelles im Hieber-Journal
Editorial Hieber Journal 2016 / 2017
Das Jahr 2016 stand ganz im Zeichen unseres 90. Firmenjubiläums. Wir möchten uns herzlich bei ... mehr

Horological Smartwatch von Frédérique Constant
Frédérique Constant ist ein Uhrenhersteller im Familienbesitz, der in Plan-Les-Ouates in Genf in der ... mehr

CAPOLAVORO - JEWELLED PASSION
Mit seinem Markenversprechen „Jewelled Passion“ inszeniert Capolavoro seine Philosophie des ... mehr

Die Teutonia III Handaufzug - Kleine Sekunde
Die Teutonia III Handaufzug Kleine Sekunde von Nautische Instrumente Mühle-Glashütte verlangt nach ... mehr

Highend mit der neuen Citizen Satellite Wave GPS
Im Herbst 2015 startet Citizen mit der Einführung neuer Modelle in der Kategorie Satellite Wave GPS. ... mehr

Tissot Luxury Automatic
Es ist wahrlich purer Luxus, eine Automatikuhr zu besitzen, die über eine Gangreserve von 80 Stunden ... mehr


Uhren-Schmuck-News
Uhren von Junghans