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NOMOS – die aufstrebende deutsche Uhrenmanufaktur
04.02.2009 | 14.28 Uhr
Nach der Wende wurde die DDR-Industrie abgewickelt, wie auch der VEB Glashütter Uhrenbetrieb GUB. Der Ort hatte eine alte Uhrentradition, schon lange vor dem Mauerbau. Aber nun waren alle Industrieanlagen veraltet, die meisten Fachleute lebten nicht mehr – in den 80er Jahren hatte man auch in der DDR vor allem Quarzkaliber gefertigt. Die Häuser grau, die Straßen kaum befahrbar. Fast kein Haus hatte ein „Innen-WC“, und im Winter hing eine Braunkohle Wolke über der Stadt: In Glashütte sah es 1990 aus wie in vielen Orten der Noch-DDR. Roland Schwertner, diplomierter Betriebswirt aus Düsseldorf, wagte noch vor der Vereinigung in Glashütte den Neuanfang – mit einem Namen, den es rund 80 Jahre zuvor bereits einmal gegeben hatte: Nomos Glashütte. In einer einfachen Dreizimmer-Wohnung, in der Schwertner auch wohnte, baute er mit zunächst drei Mitarbeitern die Produktion auf. Subventionen gab es erst Ende der 90er Jahre, erstmal liehen Freunde Geld. Es dauerte dennoch, bis es bergauf ging, langsam. In der Stadt wurden Wasser und Abwasser, Gas gelegt, neue Straßen gebaut. Es wurde renoviert wie verrückt, und die Uhrenfirmen konnten ihre ersten Modelle ausliefern. Doch nicht überall mit eigenen, echten Glashütter Werken: Nomos behalf sich mit in der Schweiz gekauften Rohwerken, die vor Ort verfeinert und veredelt wurden. Wenige Jahre erst ist das her – und doch: ganz andere Zeiten. Heute sieht man in dem zum Nomos Stammsitz umgebauten alten Glashütter Bahnhof viel junge Kunst an den Wänden. Dort im alten Bahnhof ist Platz für die neuen Maschinen und jene Mitarbeiter, die für die Fertigung der Werkteile verantwortlich sind. Dort werden alle wesentlichen Teile des Uhrwerks selbst hergestellt, werden etwa Grund- und Dreiviertelplatinen oder Unruh- oder Ankerkloben gefräst und entgratet, werden Sekundenstopphebel und die Teile für das patentierte Nomos-Datum produziert. Der Ort Glashütte ist heute längst auf West Niveau und seine Uhrenindustrie auf „Welt-Niveau“. Nomos Glashütte, als einzige der drei Manufakturen vor Ort noch unabhängig, ist erwachsen geworden. Tangente, Orion, Tetra und Ludwig – das sind die schon bekannten Designklassiker des Unternehmens. 2005 wurde diese Modellreihe um die erste Automatik-Uhr, den Tangomat erweitert. Seit man Handaufzugskaliber hier in Glashütte fertigt, seit man das erste Automatikwerk komplett hier konstruiert, entwickelt, gebaut hat, ist Nomos Manufaktur und zählt zum eingangs erwähnten erlauchten Dutzend in der Welt. Neben erschwinglichen Handaufzugsuhren und Automaten, für die Nomos bekannt ist, fertigt man hier längst Chronometer und Tourbillons. Im Jahr 2007 kam die Nomos Club unter dem Motto „die gute Uhr zum Abitur“ auf den Markt. 2008 hat die Club gleich eine ganze Reihe größerer Brüder bekommen. So zum Beispiel die Handaufzugsvariante mit Datum und einem Gehäusedurchmesser von 38,50 Millimetern (ohne Datum beträgt der Durchmesser 36 Millimeter). Zusätzlich kommen auch zwei Versionen mit Automatikkaliber in die Läden. Mit Datum misst der Durchmesser von Club Automat sogar stattliche 41,50 Millimeter, ohne immerhin 40,00 Millimeter. All diese Handaufzugs- wie Automatikuhren gibt es mit hellem wie mit dunklem Zifferblatt, nach Adam Riese acht verschiedene Uhren aus der Reihe Club. Bis zum Jahresende werden es sogar 16 Clubs im Club sein, denn bis dahin gibt es alle nicht nur mit Stahl-, sondern auch mit Glasboden. Übrigens: Dass nicht nur die Clubs, sondern alle Nomos Uhren feinste Glashütter Werke haben und voller Uhrmacherspezialitäten stecken, dass sie wunderschön und dennoch erschwinglich sind, ist ein Vorteil, den unter den Manufakturen wohl einzig Nomos Glashütte hat. Und obgleich die neuen und größeren Versionen der Uhr auch einen erwachsenen Preis haben, bleibt das Preis-Leistungs-Verhältnis aller Club Modelle brillant; das Basismodell, die wohl günstigste unter den echten Glashütter Uhren, beginnt bei 780 Euro. Ehrensache, dass auch diese wie alle Nomos Uhren ein Leben lang hält. Mit einem klitzekleinen bisschen Pflege. zurück zur Übersicht |
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